Kanu-Wandersport

Archiv 2014

Jahresarchive

20132014201520162017

1000 - Seen Marathon 2014 - KII 42 km mit Waterwilly

In diesem Jahr stand der Termin für den 1000 Seen-Marathon bereits frühzeitig fest und man konnte lange genug planen- als dieses Jahr am 20.09.2013 ziemlich zur gleichen Zeit wie 2013.

Was sich aber kurzfristig ändern sollte war der Zeltplatz, da gab es nämlich unterschiedliche Ansichten bezüglich der Nutzung der bisherigen Festwiese. Also musste eine Woche vorher alles um geplant werden denn nun erfolgte die Unterbringung direkt auf dem Zeltplatz von Bibertours hinten in der Bucht. Der Platz ist zwar erheblich kleiner aber ich fand ihn in der Summe sogar schöner. Und weil ein Unglück nicht reicht musste auch die Langstrecke also die 62 km daran glauben weil eine Wasserwacht ihre bereits erteilet Zusage als Sicherungsboot wieder zurückgezogen hat. Da sieht man wieder einmal wie groß die Lobby für die Wassersportler sprich in dem Fall für die Kanuten ist. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen im Zweier mit meinem altbekannten Partner Jörg die 62 km zu fahren, nun wurde nichts daraus. Also meldeten wir für die 42 km. Jörg der kurz vor der holländischen Grenze wohnt hatte eine lange Anreise und kam wegen des Verkehrs erst am Freitag am späten Abend an. Eigentlich wollte wir noch eine Probefahrt machen weil wir das erste Mal das angehangene Steuer benutzen wollten wegen der sehr flachen Schwanenhavel bei der ein Unterflursteuer tödlich ist. Aber auch das klappte nicht und so mussten wir ohne zu testen an den Start gehen. Gleich hinter dem Start schoss ein Boot direkt quer vor uns über die Strecke behinderte uns und viele andere Boote. Wir mussten erst einmal rückwärts um aus dem ganzen Pulk frei zu kommen. Natürlich waren da schon die schnellen Zweier die gerade noch ausweichen konnten längst weg.

An der ersten Portage waren wir aber dann schon fast wieder dran und nun sollte sich spätestens an der zweiten Portage bewahrheiten was wir befürchteten. Die neuen Steuerseile haben ein wenig nachgegeben und so war eine problemlose Steuerung kaum noch möglich. An der zweiten Portage mussten wir erst einmal die Steuerseile nach spannen was uns natürlich 3-4 Minuten Zeit kostete. Nun gaben wir die Hoffnung die führenden Zweier noch einzuholen langsam auf zumal wir dann fast den Steuerkopf verloren hätten und noch mal kurz an Land mussten. Von da hatten wir Ruhe und konnten uns auf die restliche Strecke konzentrieren.

Die letzten 15 km waren wir wieder voll dabei und selbst das Umtragen des Zweiers an zwei Schleusen gestaltete sich besser als erwartet. Die letzten Kilometer gaben wir noch mal richtig Gas und kamen trotz unserer Malhuer's mit einer Zeit von 4: 16 Std als erster in unsrer Altersklasse Ü60 an.

Aber richtig glücklich waren wir nicht wollten wir doch in der Gesamtwertung den ersten Platz belegen, dann unser kleines Ziel ist es immer die Jüngeren zu ärgern. Das Siegerboot fuhr in der Altersklasse 18-40 eine Zeit von 3:47 und in der Altersklasse 40-60 3:59 Std.

So bleibt uns nur das nächste Jahr mit der gleichen Zielstellung und bis dahin Training, Training, Training.

Rüdiger

Veröffentlicht: 06.01.14 21:25
Letzte aktualisierung: 06.01.15 21:26

Der Dalsland - Kanu - Marathon 2014 Über 600 Boote in einer Startlinie

Schon immer hatte ich mir gewünscht einmal am Dalsland - Marthon teilzunehmen.

Leider ging das in der vergangenen Jahren nicht weil eine Woche zu vor der Fünen-Marathon stattfand und der schon über eine ganze Woche ging. Da aber in diesem Jahr der Fünen-Marathon ausfiel ergab es sich, dass ich am Dalsland Marathon teilnehmen konnte.

Der Dalsland - Marathon ist ein Klassiker und geht über 55 km an dem Spitzenleute aus ganz Europa teilnehmen. Zur Klasseneinteilung ist zu sagen, dass es eine Rennboot - und eine Touringboot - Klasse gibt. Reine Wanderboote müssen in der Touringbootklasse starten.

Wir sind am Dienstag angereist und hatten so Zeit die wunderschäne Gegend des Dalsland kennen zu lernen. Für uns Kanuten ist das Wasser ein unvorstellbares Paradies. Die Seen haben hier Trinkwasserqualität und das merkt man schon bei den ersten Paddelschlägen.

Man fährt hier fast 1 km/h schneller als auf unseren Gewässern.

Für den Dalsland-M. hatten wir uns mit Rolf aus München vorgenommen den selbst gebauten Zweier „Waterwilly“ zu fahren und Rolf kam am Donnerstag zum Zeltplatz so hatten wir noch zweimal Gelegenheit zusammen im Zweier zu trainieren. Es ist ja nicht so leicht sich einfach für ein Rennen in einen Zweier zu setzen mit Jemand mit dem man sonst nicht fährt und dann über 55 km.

Wir hatten fantastisches Wetter und konnten auch so die herrliche aber leider auch von Arbeitslosigkeit betroffene Gegend kennen lernen. Hier gab es nicht viel Industrie nur eine Papierfabrik sonst kaum etwas.

Der Start war für 9:00 Uhr angesetzt und vom Campingplatz zum Start waren es rd. 1000m über den See. Das hieß rechtzeitig aufstehen ca. 2,5 Stunden vor dem Start und um 8:30 einsteigen und warm fahren. Am Morgen war noch ordentlicher Nebel, sodass wir die Startlinie kaum fanden. Rolf der sich hier in der Gegend gut auskannte beruhigte mich und meinte, dass der Nebel kurz vor 9:00 Uhr weggeht und er hatte Recht. Rolf macht hier nämlich über Rucksack-Reisen u.a. auch Kanutouren.

Also der Start war schon imposant über 600 Boote in einer Reihe quer über den See und dann ging es los. Wir kamen ganz gut voran und konnten mit der Spitzengruppe mithalten. Neben uns fuhr lang Zeit auch ein selbst gebauter Holzzweier aus Polen der ganz gut lief aber mir optisch nicht so gut gefiel. Insgesamt gab es 4 Portagen und die erste nach rd. 7 km die mit rd. 400m bergauf die schwerste war. Die anderen 3 Portagen gingen dann ganz gut und man war froh mal kurz aufstehen zu können. Das Wetter meinte es gut mit uns bis auf die letzten 20 km wo uns ein mäßiger Gegenwind das Paddeln schwer machte. Hier konnten wir noch ein paar Plätze gut machen da unser Boot sehr gut in den Wellen läuft. Ins Ziel kamen wir mit einer Zeit von 5:19 Std. Das war eine gute Zeit über 55 km mit insgesamt 4 Portagen die zusammen gerechnet eine Länge von rd. 700m ausmachten. Die müssen ja auch erst einmal bewältigt werden mit Ein- u. Aussteigen und z.T. auch anstehen usw.

Ich würde immer wieder gern zum Dalsland - Marathon fahren aber man muss sich auch mindestens eine Woche Zeit nehmen sonst ist die Anfahrt mit rd. 1000km einfach zu weit.

Rüdiger

Veröffentlicht: 06.01.14 21:24
Letzte aktualisierung: 06.01.15 21:25

25. Kanumarathon - rund um Potsdam am 05.07.2014

Eine Woche nach dem so kräfteraubenden Hiddensee-Marathon findet wie alle Jahre am ersten Juliwochenende der Potsdam-Marathon statt. Der Potsdam-Marathon hat so seine eigenen Fassetten, die meisten reisen erst am frühen Morgen an was bedeutet, dass die Teilnehmer überwiegend aus der näheren Umgebung kommen, also Fahrzeit max. 2 Std. Ich halte es aber immer anders, denn ich mag vor dem Rennen keine Hektik und fahre lieber am Abend zu vor. Dann hat man Zeit mit dem einen oder anderen noch ein wenig zu plaudern. Dieses Jahr stand die große Frage ob ich zum Potsdam-Marathon KI oder KII fahre. Mit Jörg meinem Lieblings-Zweier-Partner hatte ich schon gesprochen aber der konnte beruflich nicht. Dann hatte sich Rolf aus München angeboten aber schied dann auch aus und so beendete ich das Problem indem ich mich im KI meldete und wie immer über die 42,0 km. Als sich die Boote am Start versammelten merkte man deutlich, dass die sportlicheren Boote zugenommen hatten. Noch ein bisschen müde vom Hiddensee-M. nahm ich mir vor es am Start etwas langsamer angehen zu lassen. Natürlich waren die guten Fahrer sofort weg aber das scherte mich nicht denn 42 km sind lang und ich bin geübt über so lange Distanzen. Schon nach ca. 10 km tauchte die Spitzen-Leute wieder auf. Die Strecke ging von Herrmannswerder über Caputh, Werder in den Sakrower-Paritzer-Kanal durch die Glienicker Brücke zurück nach Herrmannswerder. Zur Einfahrt in den Sakrower-Paritzer-Kanal hatte ich Glück und erwischte für einige Meter eine Dampferwelle. Die gab mir genügend Schub um an meinen beiden Vorderleuten vorbei zu kommen. Eigentlich hätte ich die beiden fahren lassen können, denn sie waren sowieso nicht meine Altersklasse, aber mein Ehrgeiz sieht das anders. Bis zum Ziel konnte ich meine Führung dann doch nicht halten- schließlich können andere auch paddeln und sind dann noch mal 20 Jahre jünger - aber mit einem II. Platz und meiner bisher besten Zeit in 4 Std. 7 Min. (Schnitt von 10,3 km/h) war ich sehr zufrieden. Zum Abschluss gab es noch eine Urkunde für den zweiten Platz, das war es.

Die meisten fuhren nach dem Rennen wieder nach Hause und nur ein paar weit gereiste blieben noch bis zum Sonntag.

Es hat wieder Spaß gemacht und vielleicht bin ich nähstes Jahr auch wieder dabei.

Bis bald

Rüdiger

Veröffentlicht: 06.01.14 21:23
Letzte aktualisierung: 06.01.15 21:25

Weichsel-Tour 2014

vom 01.05. - 10.05.2014 über 530 km von Krakau nach Plock

In diesem Jahr wollten wir mal etwas Besonderes fahren keinen deutschen Fluss der schon hunderte Male befahren wurde und der gut durch organisiert einfach zu bewältigen ist.

Und so machte ich den Vorschlag mal die Weichsel zu befahren. Im Internet waren Berichte überwiegend von polnischen Kanuten und natürlich in polnischer Sprache zu finden. Aber auch zwei Berichte einer von einer deutschen Faltbootfahrt und einer von deutschen Ruderern.

Ich wusste, dass ich Heinz mit diesem Vorschlag begeistern konnte nur wir sollten vielleicht doch zu dritt fahren, weil das grundsätzlich besser ist, falls mal irgendetwas benötigt wird kann immer einer bei den Booten bleiben. Ich studierte das mir zur Verfügung stehende Kartenmaterial und die Befahrbarkeit der Weichsel. Während der Vorbereitung sagte uns auch Markus zu, dass er mitkommen würde und darüber haben wir uns sehr gefreut, weil auch Markus jemand ist, der schon viele Fahrten unternommen.

Also kurzum.

Wir starteten am 1.05. 2014 bei Heinz in Dresden und fuhren bis nach Krakau - Niepolomice einem kleinen Ort gleich hinter Krakau weil davor noch zwei Schleusen sind. Und wenn keine Möglichkeit zum Schleusen besteht ist es fast unmöglich die Boote umzutragen.

In Niepolomice suchten wir über eine Stunde nach einer geeigneten Einsatzstelle was sich als sehr schwierig erwies. Steile bis zu 5 Meter hohe Uferböschung stellten uns vor eine große Aufgabe. Aber irgendwann hatten wir sie gefunden und konnten die Boote abladen, Zelte aufbauen und das Auto parkieren. Wir hatten uns Privatleute ausgesucht die dicht an der Einstiegsstelle wohnten die Heinz sein Auto in Pension für ein Fläschchen Wodka nahmen. Anschließend gingen wir noch in den Ort wo der 1. Mai gefeiert wurde und aßen Pizza, denn es etwas typisch polnisches gab es nicht.

1. Paddeltag Niepolomiece - Korzyn 72,0 km
Am nächsten Morgen ließen wir die Boote zu Wasser und begaben uns auf die erste Etappe. Von der Landschaft konnten wir auf den ersten Kilometern durch die hohe Uferböschung nicht viel sehen. Nach ca. 20 km kam eigentlich die einzige etwas schwierige Stromschnelle ich fuhr vor Markus folgte mir auf dem Fuße nur Heinz bummelte wieder einmal und bekam so nicht mit wie wir die Gefahrenstelle befuhren. Ergebnis war erfuhr genau an der falschen Stelle und er wurde ein paar Mal kräftig durchgeschüttelt. Nach rd. 2 km fragte Markus wo er denn seinen Hund gelassen hat der sonst immer brav hintern ihm auf einer Gummimatte auf dem Deck lag - hier muss erwähnt werden das dieser Hund schon so allerlei Fahrten auch über die Ostsee mitgemacht hat -. Heinz hatte nicht mitbekommen, dass diesem Hund diesmal diese Stromschnelle wohl zu viel und abgesprungen war. Pepe schwamm durch das noch kalte Wasser ans Ufer und wartete bis Herrchen kam indem wir die 2km wieder flussaufwärts paddelten und schließlich Pepe wieder aufnahmen. Der weitere Tag bis Korzyn verlief ohne viel Aufregung.

2. Paddeltag Korzyn - Sandomiersk 69,0 km
Unsere Paddeltage hatten immer den gleichen Ablauf 6:30 Uhr aufstehen, frühstücken, Zelte abbauen, Boote beladen und losfahren. Das war dann gegen 8:30 - 9:00 Uhr. Gegen 12:00 wurde dann Mittagspause gemacht und ggf. um 15 Uhr noch eine kleine Pause. Ende der Tour war meistens gegen 17:30 Uhr. Dann hieß es wieder Boote ausladen, Zelte aufbauen, Abendessen noch ein bisschen über den Tag reden und schlafen gehen. Das stellte sich aber als Katastrophe heraus, denn es regnete ziemlich heftig den ganzen Tag und wir fanden auch keine rechte Stelle die wir zum Aussteigen und zum Zelten nutzen konnten. Dazu blies ein sehr starker Wind aus Nord und die Temperaturen betrugen nur um die 7 Grad. Schließlich stiegen wir an einer Anlegestelle einer Fähre aus. Aber leider war hinter der Fähre alles Sumpfgenbiet und nichts zum Zelten. So mussten wir mit den Bootswagen die Straße entlang rollern bis wir zu einem Deich kamen. Dort war es dann auch egal ob der Platz gut oder schlecht war wir wollten einfach in die Zelte.

3. Paddeltag Sandomiersk - Annopol 64,0 km
Der nächste Tag ging genauso los wie der vorherige geendet hatte, in der Nacht war es eisigkalt die Temperatur viel auf fast Null Grad. Trotzdem wurde morgens der Kocher angemacht Kaffee gekocht und das Müsli etwas warm gemacht. Der Wind blies weiterhin heftig aus Nord mit 4 - 5 Windstärken. Das machte das Fahren mit den schwer beladenen Booten noch anstrengender. Sogar mir der schon 1500 Paddelkilometer hinter sich hatte taten an den ersten Tagen die Arme weh. Es ist eben schon ein Unterschied einen leichten Sportkajak oder ein schwer beladenes Kajak zu bewegen. Jetzt wurden die Uferzonen flacher und wir konnten mehr von der Landschaft erfahren. Die Weichsel ist ein sehr breiter aber flacher Strom mit vielen Sandbänken und diversen Hindernissen im Wasser. Das waren vor allem Reste von Buhnen die mal geschaffen wurden um den Fluss schiffbarer zu machen und heute nur noch Unterwasserhindernisse darstellen. Weiterhin lagen viele durch das Hochwasser angeschwemmte Baumstämme und Wurzeln im Wasser. Den Flussverlauf musste man bis auf Ausnahmen immer erahnen und das Wasser lesen, manchmal gab es auch Pricken die diesen Verlauf markierten. Daraus resultierte das der Fluss oft von der echten zur linken Uferseite oder andersherum verlief. Hier war die Gefahr groß wenn man den Fluss querte auf eine Sandbank gespült zu werden. Das war mir und auch einmal und meinem Freund Heinz samt Pepe mehrmals passiert. Dann hieß es aussteigen und das Boot wieder ins Fahrwasser ziehen, was immer sehr müßig war. Am Abend hatten wir einen sehr schöne Stelle für unser Nachtlager gefunden und konnten am Abend sogar ein kleines Lagerfeuer um das sich Heinz kümmerte machen. Aber allzulang ging es auch nicht denn wir waren müde von der Tagesarbeit und gingen gegen 21:00 Uhr zu Bett bzw. ins Zelt.

4. Paddeltag Annopol - Pulawi 68,0 km
An diesem Tag es war der 05.05. 2014 versprach das Wetter etwas Besserung obwohl immer noch ein kalter Nordwind blies. Aber im Laufe des Vormittags kam die Sonne durch und machte die ganze Paddelei schon etwas angenehmer. Wir hatten in der Nacht gut geschlafen und hatten wohl einen der schönsten Übernachtungsplätz auf der ganzen Tour. Am frühen Morgen überraschten uns einige Wildpferde - ich sag mal nicht dominestierte Hauspferde - die klitschnass in einem Galopp an unserem Lager vorbeizogen. Entweder sie waren eine ganze Strecke gelaufen oder Sie haben irgendwo in unserer Nähe ihr Morgenbad genommen. Wir gönnten es ihnen. Auf dieser Strecke gab es immer wieder Kreideabbrüche mit sehr schönen Uferzonen in den auch nette Gebäude eingebettet waren. Angekommen in Pulawi mussten wir unsere Vorräte auffrischen und wollten bei der Gelegenheit auch mal wieder Essen gehen. Letzteres erwies sich als äüßert schwierig weil es kaum Kneipen oder Restaurants gab. Nach langer Suche und fast vor der Aufgabe dies zu tun landeten wir in einem Hotel. Wir trauten uns mit unseren Paddelsachen kaum hinein weil wir nicht gefahrlaufen wollten wieder rausgeschmissen zu werden. Aber nein es kam völlig anders. Ein sehr, sehr nette und hübsche Bedienung forderte uns auf Platz zu nehmen. Sie ahnte wohl, dass wir nicht so sein würden wie wir aussahen. Wir aßen hervorragend und machten uns mittels Taxi auf den Heimweg. Erst wollte uns der Taxifahrer gar nicht mitnehmen schielte auf meine Crocks und als ich ihm zu verstehen gab es sei alles ok. durften auch die anderen einsteigen. Das war ein gelungener Abend und wir legten uns satt und zufrieden in unsere Zelte.

5. Paddeltag Pulawi - Tarnow 68 km
Am nächsten Morgen schien schon zeitig die Sonne und da wir auf einer Wiese im alten Hafen schliefen war diese am Morgen klitschnass. Hier gab es nämlich einen neuen ganz tollen Hafen mit einer pompösen Marina und diversen Stellplätzen für Wohnmobile und über all dem prangte stolz die EU - Fahne. Aha dachten wir mit EU- also mit unseren Steuergeldern bezahlt. Wir schüttelten über die Verschwendung nur unsere Köpfe, hier wo kaum Bootsverkehr aufgrund des flachen Wassers und der oftmals schmalen Fahrrinnen möglich ist.

Ein vernünftiger Pole würde dafür keinen Sloty hergeben. Das Wasser ist schmutzig und brackig, so dass das Baden eher eine Bestrafung ist als alles andere. Hier werden immer noch die Fähkalien in die Weichsel geleitet und für die Marina hätte man lieber 2 oder 3 Klärwerke bauen sollen. Wir haben uns jedenfalls immer geekelt und nicht in diesem Wasser gebadet. Am nächsten Morgen bauten wir aus alten Autoreifen einen Steg um trockenen Fußes ins Boot zu kommen. Wir hatten es satt mit den Modderfüßen ins Boot zu steigen, denn ein einfaches Abspülen der Füße, damit war es nicht getan. Einmal im Boot gesessen ging es dann Richtung Tarnow, das war jetzt schon kurz vor Warschau.

6. Paddeltag Tarnow - Warschau 73,0 km
Heute war Warschau unser Etappenziel, wieder hieß es um 6:30 Uhr aufstehen und das tägliche Ritual hinter sich bringen. Die Sandbänke nahmen nun immer mehr zu und man musste schon höllisch aufpassen und Auschau nach den Prikken halten. Teilweise hat die Strömung bizarre Muster in die hohen sandigen Uferzonen gespült. Hier gab es so viel Sand, dass die Gemeinden diesen mit riesigen Pumpen absaugten und entweder an den Uferzonen deponierten oder mittels Schuten abtransportierten. Das war wohl ein einträgliches Geschäft und half dabei die Fahrrinnen frei zu halten. In Richtung Warschau begann es wieder an zu regnen und gegenüber der Altstadt fanden wir eine Zeltmöglichkeit mit einem schönen Blick auf die Stadt besonders am Abend. Nachteil war hier gab es jede Menge Mücken die einem traktierten und schnell ins Zelt verschwinden ließen. Hier nutzten wir nochmal - ein zweites Mal- die Gelegenheit Essen zugehen, was uns nach einer Englischkonversation mit einer weltgewandten jungen Frau gelang. Wir dinierten hervorragend in einem libanesischen Restaurant auch wenn die Rechnung dann doch höher ausfiel als erwartet. Aber was soll's bei so vielen Entbehrungen.

7. Paddeltag Warschau - Wyszogrod 68,0 km
Nachdem wir Warschau auf dem Wasserweg verlassen hatten - wir waren eigentlich nicht traurig - ging es nun in Richtung Stausee Wloclawek. Es ist schon erstaunlich wie man sich an die Ruhe der Abgeschiedenheit gewöhnen kann, sodass uns der Lärm von Warschau schon störte. Unterwegs trafen wir auch Flossfahrer. Sie hatten sich ein Floss zusammengebaut und ließen sich die Weichsel runter treiben. Sie grüßten und schauten zu wie wir mit einer Geschwindigkeit gemessen an ihrer an ihnen vorbeizogen.

Am Abend waren wir dann auch in Wyszgrod pünktlich angekommen und weiter passierte eigentlich nichts.

8. Paddeltag Wyszogrod - Plock 50,0 km und Ende unserer Tour nach 530 km
An diesem Tag gab es keine aufregenden Ereignisse die routinemäßige Abarbeitung der morgendlichen Aufgaben. Mittags hatten wir noch ein schänes Waldstück für unsere Rast gefunden auch wenn der Ausstieg etwas schwerlich war. Es regnete wieder häufig zwischendurch und am frühen Nachmittag erreichten wir Plock wo uns eigentlich ein Bootshaus erwarten sollte. Doch die Zeiten als man sich hier noch dem Paddelsport widmete waren lange her. Nur noch eine Gedenktafel erinnerte an diese Zeiten. In den Lagerhallen ehemals für die Boote lagerten nun allerlei Spielautomaten etc. Hier ist man nur noch auf Motorboote und Segelboote fixiert, vermutlich weil das doch mehr Geld bringt als so ein paar verrückte Kanuten. Überhaupt haben wir auf der ganzen Tour nicht einen einzigen Kanuten getroffen. Einzig in Warschau gab es ein paar Jugendliche die sich dem Rudersport hingaben aber mit uns Paddler nichts zu tun haben wollten. Selbst als wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit fragten - wir wollten ja nur Zelten - verwiesen sie auf irgendein Hotel. Soviel dazu. Auch hier in Plock wollte man uns anfänglich nicht. Erst als Heinz hartnäckig nachhackte und wir mit Euros winkten bewegte sich was. Dann benötigten wir ein Taxi denn Heinz und Markus mussten nun mit dem Zug nach Krakau um das Auto zuholen was wir für die Heimreise benötigten. Aber das Taxi ließ auf sich warten. Es sollte gegen 15:00 Uhr Kommen, kam aber erst um 17:00 Uhr wie das so ist bei Schiebereien und Freunden. Markus und Heinz kamen dann gegen 24:00 Uhr in Krakau an und suchten sich nun ein Hotel - in Paddelsachen. Nach einigen Abweisungen und Musterungen von unten bis oben fand sich dann doch ein Hotel mit 100% Aufschlag. Das ging am nächsten Morgen mit dem Taxi so weiter gemäß Google waren es nur die Hälfte an Kilometer als der Taxifahrer brauchte. Als auch 100% Aufschlag. Gegen 14:00 kamen sie dann in Plock an. Ich hatte in der Zeit auf die Boote und auf mich aufgepasst. Für die Unterkunft für mich die eigentlich keine war und das Lagern der Boote mußten wir nochmals 20,00€ zahlen also 40,00€ weil wir ja bei der Ankunft schon 20,00€ als Vorkasse sozusagen bezahlt hatten. So verstauten wir flugs unsere Sachen in Heinz sein Auto und machten uns auf den Heimweg.

Gegen Mittagnacht waren wir dann wieder zu Hause und vielen hundemüde ins Bett.

Bilder findet Ihr hier

Veröffentlicht: 06.01.14 21:21
Letzte aktualisierung: 06.01.15 21:25

Liebe Spremberger Kanuten

...mal ein kleines Vorwort.
es ist nicht so, dass ich nicht mehr über meine Marathons, meinen Bootsbau oder sonstige Ereignisse schreiben wollte. Gerade umgekehrt war bzw. ist die Situation, dass zu viele dieser Dinge mir keine rechte Zeit ließen dies zu tun. Auch persönlich gibt es eine ganze Menge neuer Aufgaben, die zu bewältigen sind. Nun habe ich mal ein wenig Luft über das erste Halbjahr 2014 zu berichten.

Ich versuche mal die Dinge zusammen zufassen.

  1. Habe ich im Winterhalbjahr 2013-14 einen Zweier gebaut. Darüber werde ich einen separaten Bericht erzählen.
  2. Haben wir Anfang Mai eine Wanderfahrt auf der Weichsel von Krakau nach Plock mit Heinz und Markus über 530 km durchgeführt. Auch hier werde ich einen Bericht schreiben.
  3. Werde ich über die bereits absolvierten Marathons in 2014 in einer Zusammenfassung berichten.

Veröffentlicht: 06.01.14 21:17
Letzte aktualisierung: 06.01.15 21:25

15.03.2014, Berg u. Tal Ralley Dessau

Bereits am 15.03.2014 fand in Dessau die Berg u. Tal Ralley Dessau - Vockerode und zurück über 32,0 km statt. Die Bedingungen waren katastrophal. Während der Regatta kam ein Unwetter mit bis zu 8 Windstärken auf gepaart mit Regen u. Hagelschauern auf sodass die Elbe mit Schaumkronen übersät war. Aber alle Teilnehmer kamen unversehrt ins Ziel und meinen 2. Platz vom Vorjahr konnte ich wieder erreichen. Meine Zeit: 3 Std. 4 Minuten

Ergebnisse

Veröffentlicht: 06.01.14 21:16
Letzte aktualisierung: 06.01.15 21:25

12.04.2014, Naab Leistungstest

Den Naab - Leistungstest gibt es im Frühjahr und im Herbst. Im Herbst hatte ich bereits daran teilgenommen und der gefiel mir so gut, dass ich mich im Frühjahr wieder aufmachte um daran teilzunehmen. Wir hatten ein absolut traumhaftes Wetter und die Naab ist ebenfalls ein schönes Paddelrevier. Die Strecke war 28 km lang und die Naab ist ein bisschen breiter als die Spree auch die Strömung ist in etwa gleich. Hier war ausschließlich die Elite aus dem süddeutschen Raum vertreten ob mit Kajak oder Surfski. Um auch hier meinen 2. Platz zu verteidigen benötigte ich für die 28 km 2Std. 53 Min.

Veröffentlicht: 06.01.14 21:16
Letzte aktualisierung: 06.01.15 21:25

14.05.2014, Bodensee - Marathon 42 km in Iznang

Der Bodensee - Marathon. ist für mich immer einer der schönsten Marathons. Ich weiß nicht woran das liegt, aber hier passt einfach alles zusammen. Die Atmosphäre die Umgebung und natürlich auch die vielen netten Leute. Das beweist auch die ständig steigende Teilnehmerzahl. Doch eines ist dieses Jahr neu - wir nehmen zum ersten Mal mit einem selbst gebauten Zweier am Marathon teil. Nun muss sich zeigen, ob die viele Arbeit sich gelohnt hat. Am Vortag haben wir bereits einige Probekilometer absolviert. Hier und da noch kleine Veränderungen vorgenommen und alles schien gut zu sein.

Hier beim Bodensee - Marathon gibt es keine Altersklasseneinteilung und das ist schon eine Herausforderung weil hier absolut leistungsstarke Jungs teilnehmen. Vor allem die schnellen Surfskis von denen es auch Zweier gibt sind nicht zu unterschätzen. Als Zweierpartner hatte ich wieder Jörg, mit dem ich auch schon im vergangenen Jahr beim Hiddensee - Marathon gefahren bin. Hier konnten wir mit einer Zeit von 3:51 Std. einen 4. Platz belegen und unser persönlich gestecktes Ziel unter 4 Stunden zu bleiben erreichen.

Veröffentlicht: 06.01.14 21:15
Letzte aktualisierung: 06.01.15 21:25

28.06.2014, Hiddensee - Marathon über 70 km

Der Hiddensee - Marathon ist bei den Kanuten schon langjährige Tradition und ist wohl das in Deutschland schwerste Rennen. Aber in diesem Jahr meinte der Wettergott nach sieben verflixten Jahren es gut mit allen Teilnehmern. Es waren mäßige Windverhältnisse und die Temperaturen waren ideal. Wiederum waren es über 50 Boote die an den Start gingen begleitet von vielen Begleitbooten der Wasserrettung, Wasserschutzpolizei usw. Diesmal war ich als Spremberg Kanute nicht allein denn Carsten Handrick ging mit seinem Zweierpartner Rainer Tosch ebenfalls an den Start und absolvierten die Strecke in beachtlichen 8:05 Std. Das war eine gute Zeit für das erste Mal.

Wir hatten mit Jörg unseren 1. Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen und hatten uns als Ziel gesetzt unter 7 Stunden zu bleiben. Ob uns das mit dem neuen Boot gelang war nicht unbedingt zu erwarten, da das Boot doch ein wenig Übung abverlangte. Aber trotz einer Zwangspause von 15 Minuten konnten wir mit einer Zeit von 6:53 Std. den ersten Platz aus dem Vorjahr wiederholen.

Veröffentlicht: 06.01.14 21:14
Letzte aktualisierung: 06.01.15 21:25

05.07.2014, Potsdam-Marathon über 42 km

Der Potsdam Marathon gehört nun auch schon zum Bestand der zu absolvierenden Marathons. Eigentlich wollte ich auch hier wieder einmal im Zweier antreten aber niemand hatte Zeit oder Lust. So entschied ich mich wieder für den Einer und hatte mir dieses Jahr viel vorgenommen. Die Teilnehmerzahl lag auch wieder so bei 50 wobei die Bootstypen eigentlich immer schneller wurden. Es waren kaum noch reine Wanderboote dabei. Alles Tour - Masters oder Rennkajaks. Da ich ein wenig Probleme mit meiner Schulter hatte beschloss ich das Rennen langsam anzugehen was sich aber auch auszahlte. Nach ca. 12 km hatte ich die Spitzengruppe bereits wieder eingeholt, da waren zwei die in Rennkajaks fuhren und nicht gerade langsam waren, aber sehr viel jünger mindestens 20 - 25 Jahre. Ja, das macht einen schon ein bisschen stolz, wenn man mit den Jüngeren noch mitfahren kann. Im Ziel (Platz 2) war ich dann nur eine Minute hinter dem Erstplazierten und fuhr insgesamt beim Potsdam - Marathon meine beste Zeit mit 4:07 Std. im Einer in den vergangenen 10 Jahren.

Veröffentlicht: 06.01.14 21:13
Letzte aktualisierung: 06.01.15 21:25